|
Sport macht hier seit Jahrzehnten Spaß
TSV-Institution Heiner Lehner leitet seit 42 Jahren die Gymnastikgruppe in der Jahnturnhalle
von Richard Schießl
Simbach. "Einfach aus Spaß an der Freud" sind sie dabei, die über 50-jährigen Frauen und Männer des TSV Simbach, wie beispielsweise der 65-jährige Franz Schmidmaier, der
schon seit über 40 Jahren die Donnerstags-Gymnastik fest in seinen Terminplan aufgenommen hat. So wie er machen es auch die übrigen Teilnehmer - ihre Zahl schwankt zwischen 40 und 60. Sie alle sind Fans dieser
beliebten sportlichen Betätigung, die sie voll fordert, aber dafür einen Beitrag zum Wohlbefinden leistet. "Also Aufstellung" gibt Heiner Lehner über Mikrofon von der Mitte der Halle aus den Einsatz.
Dann geht es los - mit Musikbegleitung, bekannten Opern- und Operettenmelodien. Nach dem allgemeinen Aufwärmen in der Bewegung geht es über zu den einzelnen Übungen: Armkreisen, Beinkreisen und -schwingen,
Rumpfbeugen, mehrere Übungsteile mit einem rund 500 Gramm schweren, mit Sand gefüllten Ball - und das im Walzertakt oder mit dem "Gefangenenchor" aus Nabucco. Über 30 Minuten dauert die Gymnastik, die
ganz schön anstrengend ist, aber man sieht in lauter freundlich lächelnde Gesichter. Allgemeiner Beifall entlohnt Heiner Lehner, der seit 42 Jahren die Gymnastik leitet und neben den langjährigen Teilnehmern immer
wieder mal ein paar Neueinsteiger begrüßen kann. "Die größte Zuwachsrate sind die 60- bis 70-Jährigen", so der ehemalige TSV-Vorsitzende und Oberturnwart. Der 68-Jährige Ehrenvorstand denkt nicht ans
Aufhören. Im Gegenteil: Er bildet sich auf Übungsleiterseminaren weiter und baut auch BLSV-Lehrbriefe in seine Übungen mit ein. Er rät allen Teilnehmern, nur soweit die Übungen mitzumachen, soweit sie sich nicht
überanstrengen. Es soll ja Spaß machen. Den zweiten Teil der Übungsstunde bestreitet Physiotherapeut Rudi Allgeier - der 48-Jährige ist auch schon zwölf Jahre ehrenamtlich für Rückenschule und
Wirbelsäulengymnastik verantwortlich. Mit Matten und großen Gymnastikbällen arbeitet er, es ist ein buntes Bild mit den vielen farbigen Bällen in der Halle. Es beginnt mit Sitzen und Wippen auf dem Ball, geht über
in Arm- und Hüftschwingen, immer mit Entspannungsteilen dazwischen. Mit dabei ist beispielsweise der 74-jährige Herbert Bleichert gemeinsam mit seiner 72-jährigen Lebensgefährtin. Er war bisher in der
"Koronargruppe", die es leider nicht mehr gibt. "1992 habe ich fünf Bypässe bekommen und heuer zwei Stents; ich mache jetzt hier mit, so wie es mir gut tut", sagt er und will auch künftig in die
Gymnastik gehen. Seit rund 30 Jahren regelmäßig dabei - so ganz genau kann sie es gar nicht sagen, weil sie auch zum Turnen gegangen ist - ist die 60-jährige Anna Maria Kagerer. Sie lässt die
Donnerstags-Gymnastik nur dann ausfallen, wenn ihr Knie streikt. Das "Nesthäkchen" in dieser Runde ist die knapp über 50-jährige Mariele Lessing, die mit ihrem Mann auch bereits über 25 Jahre in die
Gymnastikstunde geht. Wie manch andere lässt auch sie es nicht dabei bewenden, sondern joggt und radelt. Noch eine Besonderheit hat Heiner Lehner in den Übungsabend eingebaut: Ganz zum Schluss gibt es die
chinesische Entspannungsmethode QuiGong, so dass jeder Teilnehmer unverkrampft die Halle verlässt. Um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken, gehen die "Gymnastiker" am ersten Donnerstag im Monat, nach der
Übungsstunde, zusammen in ein Gasthaus. Während der heißen Jahreszeit wird anstelle der Gymnastik ein Radausflug im unternommen.
|